Die 5G-Verschwörung / »5G Kills«

Der flächendeckende Ausbau des Mobilfunknetzes für den Datenübertragungsstandard der fünften Generation (5G) stößt auf Kritik, die nachvollziehbar ist und nicht als rechts diskreditiert werden darf: aus Lobbyismus-kritischer Sicht, aus Sorge um gesundheitliche Beeinträchtigung durch Funkstrahlen oder wegen der wachsenden Möglichkeiten der Überwachung von Menschen durch das 5G-Netz. Darüber hinausgehend gibt es vor allem in esoterischen Milieus eine sehr problematische Kritik, die beispielweise ohne wissenschaftliche Belege die gesundheitlichen Auswirkungen dramatisiert (Bild 2).

Wenn die Ablehnung von 5G auf rechten bzw. rechtsoffenen Demonstrationen geäußert wird oder wenn sie mit anderen einschlägigen Themen verknüpft wird, dann ist sie Teil eines verschwörungsideologischen Komplexes. Dabei werden häufig die Themen 5G, Impfpflicht, Bill Gates und eine angebliche »Corona-Lüge« zu einer Erzählung verflochten. Im Zuge der COVID-19-Pandemie wird unter anderem behauptet, das Coronavirus sei erfunden worden, um die vermeintlich tödlichen Nebenwirkungen der 5G-Strahlung zu vertuschen. Warum das Virus in Ländern ohne entsprechende Netze grassiert, wie im Iran, wird nicht beantwortet. Manche glauben auch, dass in Corona-Impfstoffen Nano-Partikel enthalten sein werden, die über 5G-Frequenzen aktiviert werden sollen und ihre Träger*innen manipulieren würden.

v14-1 © Peter Jülich