Adrenochrom

Ursprünglich aus den USA stammt der verschwörungsideologische Mythos über die chemische Verbindung Adrenochrom. Sie dient zur Förderung der Blutgerinnung und kann im Labor hergestellt werden, kommt aber auch im menschlichen Körper vor. Der Mythos besagt, dass Adrenochrom durch die Folter von Menschen, insbesondere von Kindern, gewonnen werde. Die Kinder würden entführt und misshandelt, durch Angst und Panik würde Adrenalin ausgeschüttet und im Körper Adrenochrom entstehen, das den Kindern abgezapft würde. Die Verbindung soll verjüngend wirken. Dahinter stünde ein kriminelles Netzwerk, bestehend aus einer angeblichen Elite in Hollywood, Politiker*innen und Banker*innen. Diesen wird zudem vorgeworfen, die Kinder sexuell zu missbrauchen.

Der Mythos wird vor allem von QAnon-Anhänger*innen vertreten. Hierzulande sorgt der Sänger Xavier Naidoo für dessen Popularisierung. In manchen Aussagen und Artikeln wird Bezug auf den Mythos genommen, ohne dabei Adrenochrom beim Namen zu nennen (Bilder 5 und 6).

Die Idee hat stark antisemitische Züge. In der Geschichte wurde gegenüber Juden*Jüdinnen immer wieder der infame Vorwurf erhoben, sie würden Kinderblut für Matzen, den ungesäuerten Teigfladen, die zum Pessach-Fest gegessen werden, verwenden.

v12-1 Screenshot: YouTube / TGRT