»Lügenpresse«

Im Begriff »Lügenpresse« steckt in der Regel mehr als eine polemische und pauschale Medienkritik. In den Weltkriegen war »Lügenpresse« in Deutschland ein Kampfbegriff nationalistischer Kreise gegen die Presse der Kriegsgegner. Die nationalsozialistische Agitation behauptete zudem, das »Weltjudentum« würde die »antideutschen« Medien steuern. Dieser historische Zusammenhang ist manchen nicht bewusst, die heute gegen die »Lügenpresse« skandieren.

Das Schlagwort der »Lügenpresse« dient vornehmlich dazu, jede kritische Berichterstattung über die eigenen politischen Standpunkte zu diffamieren. Darin drückt sich zumeist die antidemokratische Überzeugung aus, dass die eigene Meinung eine unumstößliche Wahrheit sei, die keine Gegenposition erlaube. Dazu passt die verschwörungsideologische Behauptung, dass alle kritischen Medien gleichgeschaltet seien.

Transparente und Tafeln auf rechten Aufzügen feinden häufig die »Lügenpresse« an. Der Sprechchor »Lügenpresse – halt die Fresse« prägt seit 2014 die Auftritte von PEGIDA. Auch wenn der Begriff »Lügenpresse« dadurch weit bekannt wurde, so wird er in der extrem Rechten schon länger verwendet. Bild 3 zeigt Neonazis auf einem Aufmarsch in Thüringen im Jahr 2008.

Rechte und extrem Rechte vermarkten verschiedene Bekleidungsmotive mit Slogans, die gegen die »Lügenpresse« gerichtet sind.

 

lügenpresse schild eingang © Presseservice Rathenow