Abendland

Das »Abendland« ist Teil des Namens von PEGIDA: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.

Der Begriff des Abendlandes kursiert seit langer Zeit in verschiedenen rechten Spektren. Er ist die Fiktion eines weitgehend homogenen westeuropäischen »Kulturkreises«, der ein- und abgrenzt werden soll. So dient »Abendland« als politischer Kampfbegriff, der »Wir«- und »Sie«-Gruppen entlang ethnischer, kultureller und religiöser Trennlinien konstruiert. Durch die Gegensatz-Konstruktion Abendland vs. Morgenland ist er (nicht nur) in den Spektren der Neuen Bewegung von Rechts antiislamisch besetzt.

Je nach Standpunkt wird das Abendland christlich, heidnisch oder weniger religiös aufgefasst. Im Rahmen von PEGIDA dominiert der Bezug auf ein christliches Abendland. Dies ist weniger ein tatsächlich religiöses Bekenntnis, vielmehr will man die Behauptung von der Gegensätzlichkeit des Abendlandes zu einem islamisch geprägten »Morgenland« betonen.

Synonym für Abendland und Morgenland stehen die Begriffe Okzident und Orient.

(Vgl.: Günter Born, »Abendland«. Zur Geschichte und Wirkungsmacht eines polemischen Begriffs, in: Lotta Nr. 59, August 2015)

 

Bild 1: Dieses Motiv »Defend the Occident« wird auf neonazistischen Treffen gezeigt. Die »Jungfrau Maria« auf dem Marienbildnis hält ein Maschinengewehr in der Hand.

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