SS (Schutzstaffel) / Begriffe der SS

Die 1925 gegründete Schutzstaffel (SS) verstand sich als Elite im NS-System, vertrat einen eliminatorischen Rassismus und Antisemitismus und wurde in den Nürnberger Prozessen als verbrecherische Organisation verboten. Kennzeichen der SS war die doppelte Sig-Rune (»Doppelblitz«). Weitere von SS-Unterorganisationen verwendete Symbole waren unter anderem der SS-Totenkopf und die Wolfsangel (Gibor-Rune, Werwolf).

Die Symbolik und Begrifflichkeit der SS ist in Neonazi-Szenen allgegenwärtig. Die öffentliche Darstellung geschieht meist leicht verfremdet und straffrei. Gruppen- und Bandnamen, Shirt-Motive oder Liedtexte beziehen sich auf die SS, beispielsweise über Begriffe wie Schwarze Division und »Divisionen in Schwarz«, Black Elite (Bild 2) Schwarzer Orden, Schwarzhemden und Blackshirts (Bild 3) oder »Jungs mit dem Doppelblitz«.

Stark chiffriert aber dennoch eindeutig ist der Rückgriff auf die SS beispielsweise im Namen der thüringischen Neonaziband S.K.D. Es steht als Kürzel für »Sonderkommando Dirlewanger« und bezieht sich auf eine Sondereinheit der Waffen-SS, die nach ihrem Kommandeur Oscar Dirlewanger benannt war und grausame Kriegsverbrechen beging.

In der virtuellen Kommunikation schreiben Neonazis häufig die Buchstabenfolge »SS« groß (Bild 4).

Der 1932 eingeführte Wahlspruch der SS lautet »Meine Ehre heißt Treue«. Er fand sich unter anderem als Prägung in den Koppelschlössern der SS. Da kein historisches Vorbild für den Ausspruch bekannt ist, muss er als originäre Naziparole gesehen werden (Bilder 5 und 6).

Das Shirt-Motiv auf Bild 7 zeigt Soldaten der SS sowie einen Textauszug aus dem Lied »Wenn alle untreu werden«. Dies war das Staffellied der SS.

 

Bild 2: Die Shirt-Motive »Black Elite« zeigen die Bilder des SS-Hauptsturmführers Michael Wittmann und von Jochen Peiper, einem Standartenführer der Waffen-SS und verurteilten Kriegsverbrecher.

Bild 3: CD der englischen Neonaziband Blackshirts und Motiv der Modemarke Ansgar Aryan »Blackshirts rise again – Back in Black«.

Bild 5: Die Bauchtätowierung dieses Darstellers einer Reenactment-Gruppe zeigt »Meine Ehre heißt Treue« in Runenschrift.

Bild 6: Ein Neonazi auf dem Weg zu einem RechtsRock-Konzert 2017 in Thüringen zeigt auf seinem Shirt ein Hakenkreuz und die SS-Parole »Meine Ehre heißt Treue«. Für ihn fällt das Konzert aus: Festnahme und Strafanzeige wegen §86a StGB.

ss staffel eingang © St. Heide