Rap / HipHop

Rechte Ideologieelemente wie Homosexuellenfeindlichkeit und Sexismus sowie martialische Männlichkeits-Inszenierungen sind in der HipHop-Kultur weit verbreitet. Etliche rechte und rechtsoffene Gruppen, unter anderem aus Hooligan- und Kampfsport-Szenen, haben längst HipHop für sich entdeckt und bringen mitunter ihre »eigenen« Rapper hervor.

HipHop-Kultur dreht sich um Rap (den Sprechgesang), Breakdance, Graffiti und DJing. Eine neonazistische Hip-Hop-Szene existiert nicht, da es dort weder Breakdance noch HipHop-Djs gibt. Jedoch hat in neonazistischen Szenen Rap-Musik an Bedeutung gewonnen. Musiker_innen des »NS-Rap« produzieren ihre Musik heute vielfach professionell. Sie treten in der Regel zusammen mit RechtsRock-Bands auf.

Bekanntester Vertreter eines NS-Rap ist Makss Damage, der sich durch radikale Texte und die Abgrenzung von nicht rechter Rap-Musik profiliert. Er singt: »Vergiss die Baumwollplantagen-Musik, Mann, ich befrei‘ keine Sklaven. Das hier ist weißer Rap und an all die lieben Leute, die gerne mal Deutsche jagen, es kommt der Tag, da habt ihr alle ein brennendes Kreuz im Garten« (Ku Klux Klan). Eine Veröffentlichung von Makss Damage wurde in einer Umfrage des neonazistischen Medienportals FSN TV, an der über 1.400 Personen teilnahmen, zur zweitbeliebtesten Neonazi-Musik-CD des Jahres 2016 gewählt. »NS-Rap« trägt neben Hardcore wesentlich zur Etablierung von modernen Stilelementen in der extrem Rechten bei und macht diese zugleich zugänglicher.

Ob Rap ein Medium für Rassismus sein kann und sollte, zumal er afroamerikanisch geprägt ist, ist ein Streitpunkt in der extrem Rechten. Auf Aufmärschen sind Anti-Rap-Motive häufiger zu sehen als Bekenntnisse zum NS-Rap (Bild 4).

 

Bild 2: Das neonazistische Rap-Duo A3stus wird von den Musikern Villain051 und Mut zur Wahrheit (Berlin, Brandenburg) gebildet. Das Foto zeigt sie bei einem Auftritt im Rahmen eines Aufmarsches gegen die Einrichtung einer Unterkunft für Geflüchtete in Berlin 2015.

Bild 3: Hinter dem neonazistischen Rap-Projekt Sprachgesang zum Untergang (SZU) stehen Musiker der NSHC-Band Eternal Bleeding (Thüringen). Die abgebildete CD von SZU erschien 2010 auf dem Neonazi-Label Gjallarhorn. Der Macher der Gjallarhorn Klangschmiede, ein führender Kopf der deutschen Hammerskins, benannte in einer internen Email seine Strategie, die Hip-Hop-Szene ansprechen zu wollen. Er schrieb: »Man mag vom Phänomen ›Sprechgesang‹ halten was man möchte – ich persönlich kann damit eigentlich gar nichts anfangen, allerdings darf die Propagandawirkung nicht unterschätzt werden.«

MakssDamage © St. Heide