Kampf der Nibelungen / Lindenblatt

Der »Kampf der Nibelungen« ist ein Kampfsport-Turnier, das im internationalen Netzwerk neonazistischer Kampfsportler_innen und Kampfsportfans eine zentrale Rolle spielt. Zudem ist es ein kommerzielles Bekleidungslabel.

2013 begannen deutsche Hammerskins und Angehörige von neonazistischen Kameradschaften unter dem Namen »Ring der Nibelungen« Kampfsport-Veranstaltungen ausrichten. 2015 erfolgte die Umbenennung in »Kampf der Nibelungen« und die Anmeldung der gleichnamigen Bekleidungsmarke. Diese wird zunehmend kommerzieller, die Zahl der Träger_innen der Marke nahm in den Jahren 2017 und 2018 stark zu.

Veranstaltungen von Kampf der Nibelungen finden mehrmals im Jahr statt, an ihnen nehmen in der Regel mehrere hundert Neonazis statt, die international anreisen. Eine Veranstaltung Kampf der Nibelungen war Teil des Programms des neonazistischen Schild&Schwert-Festivals in Sachsen im April 2018 mit 1.500 Besucher_innen.

Kampf der Nibelungen wird von mehreren neonazistischen Unternehmen unterstützt bzw. dient diesen als Werbeplattform: Greifvogel Wear (Süd-Brandenburg), Black Legion (Cottbus), Pride France (Frankreich), Sport Frei (Bremen), White Rex (Russland). Die Unternehmen stellen eigene Kämpfer und Kämpferinnen, zum Teil auch eigene Teams, die auf Events von Kampf der Nibelungen antreten.

Symbol und Markenzeichen von »Kampf der Nibelungen« ist das Lindenblatt in einem Achteck. Das Achteck steht für das käfigartige »Octagon«, in dem Mixed-Martial-Arts-Kämpfe (MMA) häufig ausgetragen werden. Der Name und das Lindenblatt beziehen sich auf die Nibelungen-Sage. Demnach war Nibelungen-Held Siegfried durch ein Bad im Blut eines Drachens unverwundbar geworden, mit Ausnahme einer Stelle zwischen seinen Schulterblättern, an der während des Bades ein Lindenblatt klebte.

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