Antisemitische Verschlüsselungen

Aufgrund von Strafverfolgung sind Antisemit_innen in Deutschland gezwungen, eine offen antisemitische Hetze in der öffentlichen Kommunikation zu vermeiden. Häufig werden in Blogs und Sozialen Netzwerken, aber auch in Shirt-Motiven und Transparenten, Auslassungen und Wortspiele genutzt, die nicht nur für Eingeweihte zu entschlüsseln sind.

2015 wurde von neonazistischen Fußballfans aus Cottbus 2015 ein Transparent mit der Aufschrift »Zckn, Zgnr & Jdn« gegen Fans des SV Babelsberg gerichtet (Bild 2). Fügt man die fehlenden Vokale ein lautet dies »Zecken, Zigeuner & Juden«. Extrem rechte Fußballfans aus Sachsen verbreiten seit 2016 ein Shirt mit Aufschrift »Jdn Chm«, das gegen den als links angefeindeten Verein BSG Chemie Leipzig, bzw. gegen dessen Fans gerichtet ist. »Jdn Chm« meint »Juden Chemie« (Bild 1).

Das Bekenntnis eines Neonazis »I hate Juice« (Bild 3) klingt ausgesprochen wie »I hate Jews« (»Ich hasse Juden«). Der Blog-Eintrag »Mach dich frei!!!! von der (*****)-Tyranei« (Fehler im Original) und das Transparent »Deutsche Jugend, mach die frei von der Lügentyrannei!« (Bild 4) beziehen sich auf die im NS gebräuchliche Parole »Deutsche, macht euch frei von der Judentyrannei«. Im Transparent »Ob Dortmund, Erfurt oder Buxtehude - Der Feind ist & bleibt der Kapitalismus!« (Bild 5) ist das Wort »Jude«, das den Reim bilden würde, durch »Kapitalismus« ersetzt.

Zuweilen wird in der Szene mit positivem Bezug das Wort »Amalek« genutzt. Amalek ist eine alttestamentarische Bezeichnung für die Erzfeinde der Juden. Bild 6 zeigt einen CD-Musiksampler aus dem Jahr 2001, zu dem die Bands deutschen Neonazibands Landser, Stahlgewitter und Hauptkampflinie Songs beisteuerten. Die CD wurde 2002 indiziert.

jdn chm eingang Quelle: Twitter