Die Darstellung von Elementen des germanischen Heidentums und der nordischen Mythologie in der Alltagskultur hat in den vergangenen Jahren auffällig zugenommen. Dieser Rückgriff auf historische und religiöse Vorbilder speist sich aus verschiedenen Quellen und Motiven.
Für die völkisch geprägte extreme Rechte ist dieser Bezug ein wesentlicher Bestandteil der Identitätsstiftung. Die Konstruktion einer Jahrtausende alten »Blutsbande « und Traditionslinie des arischen Kämpfers trägt wesentlich zum Selbstbild und zur Selbsterhöhung bei. Ein wirklich religiöses Bekenntnis steht bei der Neuauflage heidnischer Symbole und Namen selten im Vordergrund. Doch spiegelt sich darin stets die Sehnsucht nach einer romantisch verklärten »alten« und »unverfälschten « Kultur und die Ablehnung des Christentums wider. Das Christentum wird als »artfremd«, »schwach« und »jüdisch geprägt« angefeindet. Nahezu alle Gruppen der extremen Rechten praktizieren.