Böhse Onkelz
Anfang der 80er-Jahre galten die 2005 aufgelösten Böhsen Onkelz, ehemals aus Frankfurt, als »Pioniere « des RechtsRock. Nach ihrer Abkehr vom Neonazismus und Hinwendung zum Deutschrock und Heavy Metal wurden sie eine der erfolgreichsten deutschen Rockgruppen, die besonders in Fußball und Rockerkreisen große Popularität genießt.
Ihr kommerzieller Erfolg ist vor allem auf ihr Image als »Underdogs« und authentische Rockband zurückzuführen. In den Texten der Böhsen Onkelz findet ohne jede Analyse die Konstruktion angeblicher gesellschaftlicher Ausgrenzung statt, die einhergeht mit der latenten Heroisierung von Straßengewalt, des »Sich-Wehren- Müssens«. Dies kommt dem rechten Lebensgefühl, das stark auf derartige Selbststilisierungen aufbaut, gefährlich nahe. So liefert die Band vielen rechtsorientierten Jugendlichen ein Identitätsangebot. In der Entwicklung von Jugendlichen zu Neonazis ist häufig eine Frühphase zu beobachten, in der sich diese als Böhse-Onkelz- Fans identifizieren. In Teilen der extrem rechten Szene haben die Böhsen Onkelz trotz aller Distanzierungen den Status einer Kultband. Insbesondere »Böhse-Onkelz- Abende« und Konzerte mit Böhse-Onkelz-Coverbands, die in Musikkneipen oder Diskotheken stattfinden, sind vielerorts Treffpunkte von extremen Rechten. Die durch Kontrolldruck und Versammlungsverbote bedingte Einschränkung sozialer (Frei-)Räume der extremen Rechten führt zunehmend zur Verlagerung ihrer Treffen in als »unpolitisch« deklarierte Veranstaltungen. Partys und Konzerte unter dem Motto der »Böhsen Onkelz« haben dabei eine herausragende Bedeutung.
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